Aber ich wollte
ja etwas über die Verhaltensweisen unserer Zweibeiner erzählen. Wer kennt das nicht: Eine schöne große
Wiese, ein netter Hundekollege oder –Kollegin und das tollste Spiel kann stattfinden. Wäre da nicht,
ja, wäre da nicht dieser Mensch. Wenn es am schönsten ist, will er nach Hause gehen. Typisch. Er ruft
also. Noch könnt ihr so tun, als würdet ihr nichts hören, war ja viel zu leise. Er ruft noch einmal,
diesmal etwas lauter. Jetzt ist die Zeit für einen kurzen Blick in seine Richtung gekommen, mal sehen,
was er so anzubieten hat. Ein tolles Spiel oder eine Schnüffelrunde sind schließlich auch was wert.
Schaut es so aus, als will er euch nur anleinen und dann nach Hause gehen, spielt weiter! Hat er aber
die Hand in der Tasche mit den Leckerlies, ist es eine Überlegung wert, mal nachsehen zu gehen, ob da
wirklich was Gutes zum Futtern oder ein Spielzeug darin sind. Vielleicht habt ihr Glück, auch Menschen
können recht gut mit uns spielen, und Leckerchen sind nicht zu verachten. Habt ihr euch fürs
weiterspielen entschieden, ruft der Mensch sicher ein drittes Mal, dies-mal wird es unüberhörbar sein,
Ungeduld und vielleicht sogar Zorn werden in der Stimme mitschwingen. Jetzt heißt es, ihn zu
beschwichtigen. Unter Hunden ist es üblich, langsam auf den aufgebrachten Chef zuzuschlendern, nur
nichts zu unternehmen, was ihn noch mehr aufregen würde. Also betont gelassen hier noch einmal
schnuppern, dort noch einmal riechen, vielleicht betont langweilig gähnen...Nicht so bei unseren
Menschen, die verstehen das vollkommen falsch! Jede Wette, dass euer Zweibeiner sich immer mehr
aufregt, wenn ihr so daher getrödelt kommt! Pech für ihn, wir können nicht anders. Vielleicht lernt er
es irgendwann einmal. Schwieriger haben es die unter Euch, die Zweibeiner haben, die ständig in
Bewegung sind und nicht durch lautes Rufen ankündigen, wenn sie nach Hause gehen wollen, sondern
einfach losgehen. Bei diesen Exemplaren kann Hund sich fast nicht richtig auf das Spiel konzentrieren,
ständig muss Hund auf den Menschen schauen, damit der nicht wieder eine Dummheit macht und plötzlich
entschwindet. Und die Menschen sind auch noch stolz auf ihren aufmerksamen Hund! Ein anderes
Beispiel fällt mir noch ein. Wir schlendern mit unserem Rudelchef (ja, geben wir es ruhig zu, es hat
Vorteile, wenn Hund einen Chef hat, noch dazu, wenn der die Futterdosen öffnen kann) durch die Gegend,
und, plötzlich, unser Lieblingsfeind! Nichts wie Bürste hoch und darauf zu gestelzt. Langsam sich
gegenseitig beschnuppern und umrunden, dabei überlegen, ob sich ein Kampf lohnt...Und was macht der
Chef? Er geht seiner Wege, ihn interessiert das überhaupt nicht, er ruft uns vielleicht auch noch.
Hilfe, er lässt uns allein! Feigling! Er will uns offensichtlich überhaupt nicht beistehen. Rasche
Entscheidung: Kampf lohnt sich heute nicht, vielleicht später mal. Schnell dem Chef nachlaufen. Gut
haben es da diejenigen von Euch, die einen Boss haben, der ins Geschehen unterstützend eingreift. Der
nicht weggeht, sondern hinzukommt, wenn ihr euch umeinanderdreht. Das bedeutet Verstärkung! Das
bedeutet, die Auseinandersetzung ist wichtig! Er hilft euch, er lässt nicht zu, dass ihr gebissen
werdet, also, auf in den Kampf! An der Leine funktioniert das auch ganz gut, da kann der Zweibeiner
nicht weg, da muss er uns unterstützen! Ich hoffe für Euch, dass ihr einen Menschen erwischt habt,
der immer Leckerlies oder ein Spielzeug eingesteckt hat (und es auch mit euch teilt) und euch nur
hilft, einem Kampf aus dem Weg zu gehen. Im Vertrauen, so eine Rauferei kann ganz schön wehtun, es ist
besser, sie zu vermeiden. Vielleicht hat Mensch ja recht, wenn er einfach weggeht? Ich wünsche euch
viel Spaß in der Hundeschule, die eigentlich Menschenschule heißen müsste, wer lernt denn da was? Ich
wünsche euch auch viel Geduld dabei, bis der Zweibeiner verstanden hat, dass er bei „Fuß“ ganz dicht
rechts neben euch gehen muss, egal wo ihr hingeht. Bis zum nächsten Jahr, eure Ricki
(unter Protest jedoch gehorsamst getippt von Cornelia Patzig) |
Wenn alle Dich meiden und hassen, ob mit oder ohne Grund, wird einer Dich niemals verlassen, und das ist Dein Hund.
Und würdest Du ihn sogar schlagen, ganz herzlos und ohne Verstand, er wird es geduldig ertragen und leckt Dir dafür noch die Hand.
Nur Liebe und selbstlose Treue hat er für Dich immer parat. Er beweist es Dir täglich auf´ s Neue, wie unsagbar gern er Dich hat.
Nennst Du einen Hund Dein Eigen, wirst Du nie verlassen sein, und solltest Du vor Einsamkeit schweigen, dann bist du doch niemals allein.
Wird einst der Tod Dir erscheinen, und schlägt Dir die letzte Stund´ wird einer bestimmt um Dich weinen, und das ist Dein Hund.
Drum schäm Dich nicht Deiner Tränen wenn einmal Dein Hund von Dir geht. Nun er ist, das will ich erwähnen, ein Wesen, das stets zu Dir steht! |
In sieben Tagen schuf Gott die Welt, zwischendrin ein Tier das bellt.
Der eine sieht es bloss als Vieh, ein anderer sagt: Es ist ein Genie.
Wieder andere reden nicht herum, sagen einfach: "Es ist dumm".
Andere allerdings gleich meinen, es soll gefaelligst an die Leinen,
dann gibt es solche, die können es nicht ertragen,
haben es satt: "So ein Tier gehört nicht in die Stadt".
Nun fragt Ihr Euch, was ist denn das? Wer bringt Euch Glück, wer nimmt Euch Last?
Wer lässt die Trauer von Euch gehn? Wer lässt die Blinden wieder sehn?
Wer lässt die Einsamen nicht allein? Wer nimmt den Kranken ihre Pein?
Wer gibt uns soviel Glück - und erwartet nichts dafür zurück?
Ist das Leben eckig, macht wer's uns rund? Ihr wisst es schon, es ist der HUND.
(G. Gummert) |